Saisoneröffnung: Groteske und umwerfend komische Welt der Konzert-Akrobaten
Gogol & Mäx „Concerto Humoroso“
Größte Heiterkeit in Theatersälen und Konzerthäusern von den Niederlanden bis ins spanische Hochgebirge. Herzlich Willkommen in der herrlich grotesken und umwerfend komischen Welt der Konzertakrobaten.
Was diese meisterlichen Komiker auf den Theaterbühnen Europas darbieten, ist schlichtweg atemberaubend: Zwei prall gefüllte Stunden des Lachens und Staunens über die akrobatische und musikalische Kunstfertigkeit und die schier unbegreifliche Instrumentenvielfalt. Und wenn im grandiosen »Finale grande« die Pianisten-Ballerina im rosafarbenen Rüschenkleid auf filigranem Stahl balanciert, dann hat es den Anschein, als könne sich selbst die auf dem Klavier thronende Bachbüste vor Lachen kaum mehr auf ihrem Sockel halten.
Freitag, 13. September 2019, 20.00 Uhr Theatersaal Gymnasium
„Sie liebten sich beide“, Duo Adamé bezaubert mit „Geliebte Clara“ in Marsberg
Sie war der strahlende Stern am Musikhimmel Europas und hatte zu Lebzeiten Robert Schumann – ihren Mann – im Ruhm überflügelt: Clara Schumann. Zu ihrem 200. Geburtstag präsentierte Irmingard Dusil vom Kulturring Marsberg das Konzert „Geliebte Clara“ des Duos Adamé. Das Publikum erlebte im Bürgerhaus Marsberg am 5. Mai einen zauberhaften Abend.
Die gelungene Werkauswahl, die Spielfreude der Künstler und die charmante Moderation der Pianistin ließ die Zeit der Romantik lebendig werden. Violina Petrychenko (Klavier) und Vitalii Nekhoroshev (Klarinette) begannen im vollbesetzten Saal mit dem zärtlichen Liebeslied Clara Schumanns „Sie liebten sich beide“. Der Titel durchzog als Motto das Konzert. Damals waren Clara Wieck und Robert Schumann frisch verliebt und kämpften gegen den Widerstand von Claras Vater erfolgreich für ihre Liebe. Das junge Paar gehörte mit seinen engen Freunden Felix und Fanny Mendelssohn sowie Johannes Brahms zur Musikavantgarde. Deren Werke fordern den gefühlvollen Ausdruck. Vitalii Nekhorshev spielte auf der A-Klarinette mit der richtig dosierten Frische, die das Gefühl nie in das Sentimentale kippen ließ. Sein Ausmusizieren längerer Phrasen war beeindruckend. Ihm gelang gemeinsam mit Violina Petrychenko kammermusikalische Intensität auf höchstem Niveau. Das ausdruckstarke, transparente Spiel Violina Petrychenkos wurde im Solowerk des Abends unterstrichen. Robert Schumanns Fantasiestück op. 12 „Abend“ erklang betörend poetisch, während „Aufschwung“ mit draufgängerischem Vorwärtsdrang überzeugte.
Zum Höhepunkt wurde die virtuose Sonate op. 120 Nr. 2 von Johannes Brahms. Hier wechselte Vitalii Nekhoroshev auf die B-Klarinette mit ihrem wärmeren Klang. Die Leichtigkeit, mit der die Künstler im Dialog die Heiterkeit der Musik entfalteten, machte Freude und war wie ein Vorgriff auf frühlingshaftere Tage. Als Zugabe setzte das Duo Adamé einen frischen Kontrapunkt mit „Jazz Variations on a Theme of Paganini“ von Mike Garson.
Text und Fotos: Esther Hünnekens
Facetten der Romantik, Sauerlandkurier vom 27.04.2019
Geliebte Clara, Diemelbote vom Samstag, 20. April 2019